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Tote Soldaten sind niemals allein

Denn immer werden treue Kameraden bei ihnen sein!

Dieser Spruch gilt für alle Soldaten,
auch für die der „Windhund-Division“, der ehemaligen 116. Panzer-Division.

Das Mahnmal hier in Vossenack wurde im Jahre 1966 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung  mit den Spenden des Familienverbandes der Windhund-Division errichtet und eingeweiht. Es wurde von der Bildhauerin Annemarie Suckow von Heydendorff aus Bonn geschaffen und zeigt einen sterbenden Soldaten in den Armen seines Kameraden.

Es soll an die über 43 000 Männer erinnern, die auf dem weiten Weg der Division von Augustdorf nach Jugoslawien, quer durch den Süden Russlands bis hin zur Kalmückensteppe am Kaspischen Meer und zurück, in der Hölle am Mius, in die Gluthitze von Saporohsje, in der Normandie, im Kessel von Argentan, bei Arnheim, bei Aachen, am Niederrhein und in Hürtgenwald starben, bis heute noch vermisst sind, zum Krüppel geschossen und verwundet wurden.

Die Soldaten der Windhund Division haben auch Mut und Verantwortungsbewusstsein bewiesen, denn Generalleutnant Graf Gerhard von Schwerin  und mit ihm die Division, hat mehrfach gegen die ausdrücklichen Befehle Hitlers gehandelt, so in der Kalmückensteppe- im Brückenkopf Sapaorohsje, wo gegen den Befehl ein Staudamm nicht gesprengt wurde und an der Westfront in Aachen, als auf Befehl Schwerins die Evakuierung von 30 000  Aachener Bürger gestoppt und die totale Vernichtung der Stadt Aachen durch den Versuch der kampflosen Übergabe an die Amerikaner verhindert wurde. Die Befehlsverweigerung bewahrte so die Bevölkerung vor einem noch härteren Los.

Eine Generation, auch die Windhund-Division war da keine Ausnahme, wurde damals von einem menschenverachtenden NS-Regime missbraucht und betrogen, für eine Sache, die sie selber nicht durchschauten und damit Schrecken, furchtbares Unglück und unermessliches Leid über Europa und die Welt brachten.

Dieses Mahnmal soll auch an die tausende im Hürtgenwald gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten erinnern und möge der Nachwelt Mahnung zum Frieden sein, dass es nie wieder ein so unsinniges Sterben geben darf. Versöhnung über den Gräbern wurde von der Windhund-Division schon in den sechziger Jahren mit den Soldaten und Gegner von einst, unter Anderem mit der 28. US Infanterie-Division gesucht und gefunden.

Es soll auch an die Opfer unter der Zivilbevölkerung dieser Region erinnern, die während des Krieges, auch danach durch Sprengmittel ihr Leben verloren aber auch an all die 60 Millionen Toten des 2. Weltkrieges.

Nur wer vergessen wird ist Tod.

Als Mahnung zum Frieden und im Gedenken an die Toten ist dieses Denkmal errichtet worden, wo seit 1966 an jedem 2. Sonntag im Oktober der Opfer der Windhund-Division und aller Opfer der Kriege in einer schlichten Feier gedacht wird.Auch nach dem Ableben des letzten „ Windhundes“ soll dieses Denkmal die Erinnerung an eine unvorstellbare Zeit  wach halten und zum Frieden mahnen. Der im Jahre 2000 gegründete Verein „ Windhunde mahnen zum Frieden“ e.V. führt die Tradition der Gedenkfeier am Mahnmal fort und achtet auf Pflege und Erhalt der Anlage, dessen Eigentümer seit 1985 der Kreis Düren ist.General De Gaulle hat nach dem 2. Weltkrieg gesagt:

„Den Charakter eines Volkes erkennt man am Umgang mit seinen toten Soldaten.“

Die enge Bindung zwischen Vossenack und der Windhund- Division entstand über den damaligen Bürgermeister Baptist Palm, der selbst zur Windhund-Division gehörte und um seinen Heimatort Vossenack als Soldat gekämpft hat. Baptist Palm und Pfarrer Hegger schenkten 1965 dem Familienverband der Windhund Division dieses Grundstück. Aus Dankbarkeit haben die Überlebenden der Division das Friedensfenster in der Kirche St. Josef Vossenack gestiftet und sich finanziell an der Restaurierung der Friedensglocke von St. Josef beteiligt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberführsorge erhielt für den Ehrenfriedhof Vossenack eine Spende von 30 000 DM.

Bitte besuchen Sie auch die Soldatengräber auf dem Ehrenfriedhof Vossenack nebenan und dem Ehrenfriedhof Hürtgen, ca. 3 Km  B 399 Richtung Düren.

Das nahe Franziskuskloster bietet einen Ort der inneren Einkehr, (eine Kapelle in der Krypta) im Angesicht der „ Mutter der Gefallenen“, um in stillem Gedenken an die Opfer für einen dauerhaften Frieden zu beten.

Mehr über die Windhund- Division finden Sie im Museum „ Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ in Vossenack.

 


 

Der Familienverband wurde im Jahre 1952 gegründet. Zweck des Vereins ist lt.§1 der Satzung die Pflege der Kameradschaft und der Tradition unter Ausschluss jeder politischen Betätigung innerhalb des Vereins, ferner die Fürsorge für die in Not geratenen Mitglieder, Witwen und Waisen und die Verwaltung der "Frontdank-Kameradenhilfe". Diese wurde bereits in Russland während des Einsatzes der Division 1943 ins Leben gerufen und besteht noch nach 60 Jahren.

Damit auch die Nachwelt diese Vermächtnisse wahren möge wurde im Jahre 2000 in Hürtgenwald der gemeinnützige Förderverein "Windhunde mahnen zum Frieden" e.V. gegründet, der sich die Aufgabe gestellt hat, dieses Mahnmal und die Ausstellung zu pflegen und zu erhalten! Fördernde Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!
(Bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden sind Spendenbescheinigungen möglich)

Anschrift der Geschäftsstelle:

Claus Höppner
Wiesenweg 22
52393 Hürtgenwald